„Nein, Künstler sollen nicht bessern und bekehren. Sie sind viel zu gering. Nur bezeugen müssen sie.“ (Otto Dix)

„Ehrliche Arbeit“
Nicht schlecht.

Alltäglich zerrissen.
Aber Etwas bleibt ganz.
Hinten ganz unten hat es sich verschanzt.
Wollt ihr es mal sehen?
Hier ist es und spricht,
Um Realität umzudrehen sein ganz eigenes Gedicht.
Von innen nach außen- es kennt nur seinen Weg.
Und es kreiert sich selbst während es auf ihm geht.
Und so geht es und steht ganz ehrlich und echt.
Und wenn es DICH reden hört, stört es ganz unerhört
Und entwirrt was verwirrt war zu recht.

Nicht schlecht.


Der Wurm


Träger Tau tropft vom letzten
Rosenblatt in Mutters Garten.

Lang saß ich hier und hab gewartet.
Doch sie kam nie mehr zurück.

Verrückt und bedrückt. Ein kleiner Wurm
windet sich vor meinen Füßen vor und zurück.

Nur ein Tritt und er ist weg.
Doch ich lass ihn am Leben.

Und leg ihn ins Gras
Denn ich weiß: "Ich bin das"...
Und leg mich daneben.


„Der Wanderer“, Mixed Media, 2018, 75x120cm
Worte

Für alles gibt es wohl ein Wort.
Kaum genannt schon fliegt es fort.
Kaum gekannt schon bin ich dort.
An diesem Ort in meinem Geist
An dem ich nicht mehr genau weiß:
Ist das hier echt oder Betrug?
Wer mit Worten spielt ist klug!

Nadja

Ich kann dich sehn und ich finde dich schön.
Wie geht’s dir da drüben, Nadja?

Ich höre dich sprechen, durch Zellwänden brechen.
Was willst du sagen, Nadja?

Ein Ringen nach Worten an taubstummen Orten
Wo kommen wir her, Nadja?

Die Worte verschwinden, weil wir uns aus ihnen winden.
Was wird aus uns werden, Nadja?
„Der Gedankenfresser“ Akryl auf Papier, A3, 2020

 

Gewahrsein

Drinnen wie draußen, unbestreitbar.

Kommt sie mir entgegen, unvermeidbar.
Konfrontation vielleicht vertagbar.
Doch Illusion nicht ewig tragbar.

Sie ist wie Wasser. Sie will fließen.
Auf nichts und niemand' angewiesen.
Sie ist nicht so wie ichs gern hätt:
Hier zu dünn und dort zu fett?!!

Fröhlich tanzend auf der Theorie
Schreit sie: „Lebendig krigt ihr mich nie!“
Wirf die Kontrolle auf den Müll:
„Raus aus dem Kopf rein ins Gefühl!“

Und so spring ich, lass los, lass ES SEIN.
Und dringe tiefer in sie ein....

Hier wirkt sie auf einmal unscheinbar
Doch ziemlich klar unmittelbar.
Nahbar
Scheinbar nur da

Und erfahrbar.

Einfach.

JA.

Die Formel

Hier steigt der Geist aus dem Fluss.

αh! der Fluss ist im Geist!

Ωh! Der Geist im Fluss, das bin ich!

[∞]

Evolution 

Ich fühl mich gefangen- das Gefängnis heißt ICH.
Wie gerne schieb ichs auf DICH, aber DU bist es nicht.
Hat überhaupt jemand schuld? Hat das jemand so gewollt?
Dass wir an uns verzweifeln, uns aneinander vergreifen,
Uns der Gewohnheit hingeben und in Dunkelheit leben?

Doch das Licht ist nicht weg- nein, ich hab es entdeckt.
In einem klaren Erkennen, um es beim Namen zu nennen.
Ein ungewohntes Erheben und ein neues Bewegen.
Ein Stück weiter. Ein Gehen – aufrecht statt gebückt.
Zwei Schritte nach vorn und wieder einen zurück.
Rosis Garten

Die Rosi ist ne schöne Blume.

Ich schau sie wirklich gerne an.

Ganz allein in meinem Garten

Zog sie mich einst in ihren Bann.

Stundenlang und ganz verliebt

Wünschte ich, ich wäre sie.

Manchmal wurde ich zum Dieb

Und brach sie ab

Und gab sie meinem Liebsten

Damit er mich dafür lieber hat.

Doch über die Jahre änderte ich mich.

Rosis brechen lohnt sich nicht.

Heute lass ich sie lieber stehen.

Sie sieht mich lieber weiter gehen.

Den Liebsten gibt’s schon lang nicht mehr.

Im Garten dafür ein Blumenmeer.

Dorthin lad ich alle Freunde ein,

Um wie die Rosen bunt zu sein.

Und kommt einer lang und will uns brechen?

Der sei gewarnt: wir können stechen!

 

„Selbst“ Mixed Media auf Leinwand, 2021

 

Segen

Wo alle wach sind und jeder träumt.
Wo alle lachen und keiner weint.
Da wollte ich leben, doch etwas in mir starb.
Dort wollt' ich ein Haus bauen, doch grub mir ein Grab.
Ich wollte was sagen, aber blieb stumm.
Ich wollte wegrennen. Im Kreis rannt ich rum.
Als ich glaubte zu wissen, war ich einfach dumm.
Und als ich glaubte zu stehen, fiel ich einfach um!

Ich sollte nach oben. Tief ging es runter.
Im nebligen Schlaf blieb ich tagelang munter.
Dann wollte ich lieben und fand in mir den Hass.
Ich wollte was geben, aber ich vergaß
Wie es geht ganz ehrlich aus dem Herzen zu sprechen.
So gab ich tausend Versprechen, nur um sie zu brechen.
Stark wollte ich bleiben und fand mich zitternd im Tal.
Ich wollte nicht leiden und so erschafft man dann Qual.

Und das alles gab Stoff für 10 000 Lieder.
Lange hab ich gehofft und dann fand ich ihn wieder.
Den Punkt in mir- da wo es brennt.
Da wo der Schmerz das Leben beim Namen nennt.

Über mich

Ich bin 1988 in Thüringen geboren und lebe seit etwa 7 Jahren in Chemnitz. Individueller, authentischer  Ausdruck fasziniert mich.  Die Bilder und Texte entstehen und entwickeln sich meistens ohne irgendeinen Plan.  Jedes „Werk“ hat mein Leben bisher bereichert. Ich freue mich Euch ein paar Ergebnisse dieses Prozesses hier zu zeigen.

Liebe Grüße

Anna

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